Frauenherzen schlagen anders: Was jede Frau über ihr Herz wissen sollte

Liebe psyCardialer,

heute möchten wir uns ganz den Damen widmen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten gesundheitlichen Herausforderungen für Frauen.

Trotzdem werden sie oft als „Männerkrankheit“ wahrgenommen. Ein Grund dafür ist, dass Frauenherzen nicht nur anatomisch anders sind, sondern sich auch Symptome und Risikofaktoren unterscheiden. Zudem spielen psychosoziale Belastungen eine entscheidende Rolle. Mit diesem Beitrag möchten wir über die Besonderheiten der weiblichen Herzgesundheit berichten.

Anatomische Unterschiede: Das weibliche Herz im Vergleich

Frauenherzen sind im Durchschnitt kleiner und leichter als Männerherzen. Auch die Herzkranzgefäße (Koronararterien) weisen bei Frauen einen geringeren Durchmesser auf. Eine Studie zeigte, dass Männer deutlich größere Koronararterien haben als Frauen, was Auswirkungen auf die Diagnose und Behandlung von Herzerkrankungen haben kann [1].

Diese anatomischen Unterschiede können dazu führen, dass bei Frauen kleinere Gefäßverengungen bereits ernsthafte Symptome verursachen, während sie bei Männern möglicherweise unbemerkt bleiben.

Herzinfarkt-Symptome: Frauen erleben diese anders

Während bei Männern der klassische Brustschmerz im Vordergrund steht, erleben Frauen häufig unspezifischere Symptome. Dazu gehören:

  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Rückenschmerzen
  • Kieferschmerzen
  • Atemnot
  • Ungewöhnliche Müdigkeit

Eine Studie ergab, dass Frauen häufiger mit Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen sowie Verdauungsstörungen einen Herzinfarkt erleben als Männer.

Diese atypischen Symptome führen oft dazu, dass Frauen später medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, was die Prognose verschlechtert.

Psychosoziale Faktoren: Wenn die Seele das Herz belastet

Psychosoziale Belastungen wie Stress, Depressionen und soziale Isolation beeinflussen die Herzgesundheit erheblich. Frauen sind hierbei besonders betroffen. Eine Studie betont die Bedeutung psychosozialer Faktoren, einschließlich Depressionen und Stress durch Mehrfachbelastungen, für die Entwicklung von koronaren Herzerkrankungen bei Frauen [2].

Zudem ist das sogenannte „Broken-Heart-Syndrom“, welches wir euch in diesem Blogbeitrag bereits vorgestellt haben, fast ausschließlich bei Frauen zu beobachten. Etwa 90 % der Patienten mit einem „Broken-Heart-Syndrom“ sind weiblich und weisen Durchschnittsalter von 67–70 auf [4, 5]. 80 % sind über 50 Jahre alt [4, 5]. 

Praktische Tipps: So schützen Frauen ihr Herz

  • Herzgesunder Lebensstil: Achte auf eine ausgewogene Ernährung, maßvollen Alkoholkonsum, verzichte lieber auf das Rauchen und bewege Dich regelmäßig.
  • Regelmäßige Vorsorge: Lass Deinen Blutdruck, Blutzucker und Cholesterinwerte regelmäßig überprüfen.
  • Symptome ernst nehmen: Auch unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit oder Rückenschmerzen können Warnsignale sein.
  • Stressmanagement: Techniken wie Meditation, Yoga oder regelmäßige Bewegung helfen, Stress abzubauen.
  • Soziale Unterstützung: Pflege soziale Kontakte und scheue Dich nicht, professionelle Hilfe bei psychischen Belastungen in Anspruch zu nehmen.

Fazit

Frauenherzen unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von Männerherzen – anatomisch, symptomatisch und psychosozial. Ein Bewusstsein für diese Unterschiede ist entscheidend, um Herzkrankheiten frühzeitig zu erkennen und effektiv zu behandeln. Indem ihr auf euren Körper hört, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmt und psychosoziale Belastungen ernst nehmt, können ihr aktiv eure Herzgesundheit fördern.

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Quellen

[1] Mohan, A., Gopalakrishnan, A., Chandran, R., Joseph, S., Mathew, A. J. S., Nair A. Sudhakaran, R. (2023). Examining the Influence of Gender, Age, and Dominance on the Caliber of Normal Coronary Arteries in the South Indian Population. Cureus, 15, S.1-10.

[2] Low C. A., Thurston R. C., Matthews K. A. et al. (2010). Psychosocial factors in the development of heart disease in women: current research and future directions. Psychosomatische Medizin, 72, S. 842–854

[3] Gebhard, C., Sandek, A. (2024). Herzinfarkt bei Frauen: Symptome anders als bei Männern. Verfügbar unter https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Herzinfarkt-bei-Frauen-Symptome-anders-als-bei-Maennern-,frauenherzen100.html#:~:text=%2A%20pl%C3%B6tzliche%20Kiefer,Benommenheit%20und%20Bewusstlosigkeit [Letzter Zugriff 07.05.2025].

[4] Sharkey, S. W., Lesser, J. R., Maron, B. J. (2011). Takotsubo (Stress) Cardiomyopathy. Circulation, 124 (18), S. 460-462.

[5] Ghadri, J.-R., Wittstein, I. S., Prasad, A. et al. (2018). International Expert Consensus Document on Takotsubo Syndrome (Part I): Clinical Characteristics, Diagnostic Criteria, and Pathophysiology. European Heart Journal, 39 (22), S. 2032-2046.

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