Verbindung von Herz und Psyche

HERZlich Willkommen auf psyCardial, dem Blog für spannende Einblicke in die Verbindung von Psyche und Herzgesundheit!

Heute möchten wir Dir Einblicke in die Verbindung von Körper und Psyche geben und erklären, was das für das Herz bedeutet. Dieser Blogbeitrag wird ein wenig länger als üblich, da er praktische Beispiele und Übungen einbezieht. Nimm Dir also heute etwas mehr Zeit zum Lesen. Du kannst diesen Beitrag auch einfach auch ein zweites Mal in Ruhe lesen.

Schöne Erinnerung

Kennst Du das Gefühl? Du denkst an Deinen letzten Urlaub … am Strand. Alle sind entspannt, es duftet nach Sand, salziger Luft und gutem Essen. Unwillkürlich atmest Du tief durch und lächelst. Du fühlst Dich energetischer, es geht Dir gleich besser. Was ist passiert? Die Erklärung ist recht einfach: die Bilder, die wir uns vorstellen, haben eine Wirkung.

Hast Du Lust auf ein kleines Experiment? Bitte nimm Dir einen Moment Zeit und entspanne Dich, damit Du Dich vollständig auf diese kleine Geschichte einlassen kannst. Es dauert maximal zwei Minuten und es kann auch nichts passieren.

Bitte stell‘ Dir das Experiment lediglich vor und führe es NICHT tatsächlich durch. Beobachte Dich dabei.

Experiment [1]

Es ist ein heißer Sommertag, Du kommst vom Einkaufen. Du hast Lust auf etwas Erfrischendes. Stell Dir nun vor, dass vor Dir ein Tisch steht. Auf diesem liegt eine Zitrone auf einem Teller. Daneben liegt ein Messer.

Nimm nun die Zitrone in beide Hände. Berühre sie mit den Fingerspitzen. Versuche, die Oberfläche Deiner Zitrone mit beiden Händen zu ertasten! Spürst Du das Wachs? Ist die Schale Deiner Zitrone eher weich oder fest? Versuche, Dir nun die Farbe der Zitrone vorzustellen! Ein sattes und reifes Gelb.

Fallen Dir Flecken auf der Schale Deiner Zitrone auf oder ist sie makellos? Stelle Dir vor, wie Du die Hände hebst und an der Zitrone riechst.

Wonach duftet sie? Hat sie den unvergleichlichen Zitronengeruch? Stelle Dir nun vor, dass Du das Messer in Deine rechte Hand nimmst und die Zitrone in Scheiben schneidest. Beim problemlosen Schneiden spritzt etwas Saft heraus und läuft über Deine Finger! Du nimmst nun deutlich den sauren Zitronengeruch wahr.

Betrachte das saftige Innere der Zitronenscheiben, die kammerartige Struktur, den glänzenden Saft. Du stellst fest, dass es nun sehr einladend nach Zitrone duftet. Du faltest die Scheibe und führst sie zu Deinem Mund. Währenddessen tropft Zitronensaft auf Deine Hände.

Langsam führst Du die Zitronenscheibe zu Deinem Mund und beißt nun ohne Zögern beherzt und kräftig hinein! Nachdem Deine Zähne das Fruchtfleisch durchdringen, breitet sich Zitronensaft in Deinem Mund aus. Du nimmst nun einen sehr sauren Geschmack auf Deiner Zunge und an Deinem Gaumen wahr!

Langsam kaust Du auf dem Fruchtfleisch. Noch mehr Zitronensaft breitet sich in Deinem Mund aus und läuft langsam über Deine Zunge, den Rachen hinab. Wenn Du genügend von Deiner Zitrone gekostet hast, dann beende unsere kleine Vorstellungsübung!

Was ist passiert?

Hast Du etwas bemerkt, während Du Dir die Situation intensiv vorgestellt hast? Ist Dir das Wasser im Mund zusammengelaufen oder Deine Mundwinkel und Augen haben sich zusammengezogen? Wenn ja, bist Du in bester Gesellschaft: auch bei mir und bei den meisten anderen Menschen passiert genau das Gleiche.

Obwohl Du nicht tatsächlich in eine Zitrone gebissen hast und sich alles nur in Deinem Kopf abgespielt hat, hast Du den Duft der Zitrone gerochen, den säuerlichen Geschmack des Zitronensafts auf der Zunge gehabt und die Speichelproduktion in Deinem Mund wurde gesteigert [2].

Dieses typische, psychologische Experiment zeigt, wie suggerierte Bilder vom Gehirn einen unmittelbaren Effekt auf unseren Körper haben.

Was sagt die Wissenschaft?

„Das schlägt mir auf den Magen“, „ich habe Schmetterlinge im Bauch“ oder auch „das bricht mir das Herz“ sind klassische Metaphern, mit welchen wir versuchen, in bestimmten Situationen unseren Gefühlen Ausdruck zu verleihen und sie zu beschreiben.

Die sogenannte “Zitronen-Übung” verdeutlicht sehr schön, dass unsere Vorstellung, also unsere Gedanken Vorgänge oder Reaktionen in unserem Körper beeinflussen können. Dies kann folglich auf positive oder negative Weise passieren und wird im weitesten Sinne der Suggestion zuggeschrieben.

Die Erforschung dieses Phänomens und deren Tragweite wird immer weiter forciert und liefert ein immer besseres Verständnis über die Mechanismen. Positive Gedanken können unser Immunsystem stärken, während Erkrankungen, wie Depressionen, es schwächen können. Dadurch werden wir anfälliger für diverse Krankheiten [3].

Stress kann körperliche Symptome hervorrufen, indem das vegetative Nervensystem Hormone ausschüttet, die unseren Blutdruck und auch den Puls steigen lassen, was eine große Belastung für unser Herz sein kann. In den kommenden zwei Blogbeiträgen gehen wir auf die Themen Herzstress und Fight or Flight ein und erklären Dir die Zusammenhänge.

Was kann ich tun?

  1. Schaffe Dir Ruhezeiten am Tag. Gönne Dir jeden Tag zu einer festen Uhrzeit eine 10-minütige Ruhepause, in der Du Dich mit Dingen beschäftigst, die Dir Freude bereiten.
  2. Wenn Du die Auszeit mal verschieben musst, setze Dir einen Termin (Heute dann um 20:00 Uhr statt 19:30 Uhr).
  3. Versuche, Dir mithilfe von Düften oder Erinnerungsstücken an eine schöne Zeit (beispielsweise Urlaub) fest den Moment vorzustellen, der Dich glücklich macht. Düfte von Wald, Zirbelkiefer und dazu ein Tannenzapfen in der Hand können diese Suggestion oder Traumreise unterstützen.
    PS.: was Dir guttut, kannst nur Du wissen oder herausfinden. Gib Dir daher etwas Zeit Deine Glücksmomente zu finden.

Bleib informiert

Abonniere den Blog und verpasse keine Neuigkeiten mehr.

Mach mit

Du hast Fragen oder Themenwünsche: kontaktiere uns jederzeit gerne unter hallo@psycardial.de oder über den E-Mail-Button auf der rechten Seite.

Quellen

Übung aus den Arbeitsblättern des folgenden Buches adaptiert:
[1] Kleinstäuber, M., Thomas, P., Witthöft, M. & Hiller, W. (2017). Kognitive Verhaltenstherapie bei medizinisch unerklärten Körperbeschwerden und somatoformen Störungen, Auflage 2. Heidelberg: Springer.

Ebenso als weiterführende Literatur bezüglich der Ergebnisse des Experimentes:
[2] Kleinstäuber, M., Thomas, P., Witthöft, M. & Hiller, W. (2017). Kognitive Verhaltenstherapie bei medizinisch unerklärten Körperbeschwerden und somatoformen Störungen, Auflage 2. Heidelberg: Springer.

[3] Villa-Forte, A. (2022). Wechselwirkung zwischen Körper und Geist. MSD-Manual für Patienten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hallo psyCardialer

Ich bin Carina, Deine Wegbegleiterin auf dem Weg zu einem starken und gesunden Herzen.

Hast Du Themenwünsche oder Fragen? Kontaktiere uns.