Psychokardiologie

HERZlich Willkommen bei psyCardial, dem wissenschaftlichen Blog für spannende Einblicke in die Verbindung von Psyche und Herzgesundheit! Begleite uns durch die Welt der Psychokardiologie und erlebe neben spannenden Eindrücken und praktischen Tipps zur Umsetzung auch immer die neuesten Forschungserkenntnisse.

Was ist Psychokardiologie?

„Die Psychokardiologie ist ein noch junges Tätigkeitsfeld, welches sich mit dem wechselseitigen Zusammenhang zwischen Herzerkrankungen und seelischem Wohlbefinden befasst“ [1]. Auf der einen Seite setzt sich diese Fachrichtung mit den Auswirkungen unseres Denkens und unserer Emotionen auf das Herz-Kreislauf-System auseinander. Auf der anderen Seite betrachtet sie die psychischen Folgen, die durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung ausgelöst werden können und welchen Einfluss diese auf den Heilungsprozess haben können.

Depressionen stellen nicht selten eine Folge von Herzinfarkten dar.  Häufig entstehen sie als sogenannter „Diagnose-Schock“ und manifestieren sich im Rahmen einer nicht vollständig bewältigen, chronischen Erkrankung. Auch Posttraumatische Belastungsstörungen können die Nachwirkung einer solchen, akut lebensbedrohlichen Situation sein. Andererseits kann eine manifeste Depression  das Risiko, eine Herzkreislauferkrankung zu erleiden, etwa um das 1,5-fache erhöhen [2].

Angst- und Panikstörungen begleiten seit dem akuten Ereignis viele PatientInnen. Häufig fällt die Unterscheidung schwer: Panikattacke oder Herzinfarkt (?!), zumal sich die Betroffenen aufgrund mangelnder Aufklärung häufig nicht bewusst sind, dass sie gerade möglicherweise eine solche erleben und das Herz nicht akut betroffen ist. Die Symptome beider Erkrankungen sind sich so ähnlich, dass hieraus ein Teufelskreis entstehen kann. Gedanken, Suggestionen und körperliche Symptome, wie Schweiß oder ein Engegefühl in der Brust, führen zu Sorgen und Ängsten, welche die Symptome weiter verstärken.

Warum ist Psychokardiologie so wichtig?

Die Stärke der Psychokardiologie liegt in ihrer ganzheitlichen Betrachtung des Patienten. Seit vielen Jahrzehnten sind die klassischen Risikofaktoren, welche zu der Entstehung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung beitragen, bekannt. Hierzu gehört unter anderem ein ungünstiger Lebensstil, bedingt durch Rauchen, Bewegungsmangel, Zucker- und fettreiche Ernährung oder auch Bluthochdruck [3].

Erst in den letzten zwei Dekaden wurden zunehmend psychische Prozesse erforscht, aus denen eine Herz-Kreislauf-Erkrankung entstehen kann. Immer mehr liegt der Fokus auf psychosozialen Faktoren (z.B. Stress, Trauer, Isolation) und psychischen Erkrankungen (z.B. Depressionen), welche die Entstehung eine Herz-Kreislauf-Erkrankung begünstigen können [1]. Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin können langfristig das Herz-Kreislauf-System belasten, indem sie Bluthochdruck sowie Entzündungsreaktionen fördern. Hohe Cortisol-Spiegel begünstigen zudem Fettablagerungen in den Gefäßwänden und beschleunigen hierdurch die sogenannte Arteriosklerose. 

Ziel der Psychokardiologie ist es, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, indem sie sowohl die psychische als auch die physische Gesundheit ganzheitlich behandelt [1].

Ziele von Psychokardiologie

  1. Ganzheitliche Betrachtung und Diagnostik von psychischen und physischen Risikofaktoren für das Herz-Kreislauf-System.

  2. Entwicklung kombinierter präventiver Ansätze, damit Dein Herz lange fit und gesund bleibt.

  3. Erforschung und Entwicklung therapeutischer Kombinationen von kardiologischen Behandlungen mit psychologischen Interventionen wie Verhaltenstherapie und Entspannungsverfahren.

Blick in die Zukunft

Begleite uns durch die Welt der Psychokardiologie und erlebe neben spannenden Eindrücken und praktischen Tipps zur Umsetzung auch immer die neuesten Forschungserkenntnisse. Die Erforschung der Psychokardiologie hat in den letzten 5 Jahren richtig Fahrt aufgenommen. Wir können zuversichtlich sein, dass diese Fachdisziplin eine elementare Stellschraube in der patientenzentrierten Versorgung werden wird.

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Quellen

[1] Meesmann, M., Weber, C. (2023). Koronare Herzkrankheit und Depression: klinische Bilder und Konzepte. Kardiologie up2date, 19(04), S. 393-408.

[2] Bunz, M., Kindermann, I., Karbach, J., Wedegärtner, S. Böhm, M. Lenski, D. (2015). Psychokardiologie: wie Herz und Psyche zusammenhängen. Deutsche Medizinische Wochenzeitschrift (DMW), 140(02), S. 117-224.

[3] Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK), IGES Institut (2022). Gesundheitsreport 2022. Risiko Psyche: Wie Depressionen, Ängste und Stress das Herz belasten. Hamburg.

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